Taxitarif und Tarifordnung Stadt Leipzig

(gültig seit 08.09.2012) - die neuen Taxitarife gelten ab dem 07. Januar 2015

§ 1 Geltungsbereich

Diese Verordnung gilt für den Verkehr mit Taxen von Unternehmern, die in der Stadt Leipzig ihren Betriebssitz haben.

§ 2 Allgemeine Fahrpreise

(1) Taxitarife

Tarifstufe 1 (Pflichtfahrgebiet Leipzig)

Tagtarif (an Werktagen von 05.00 Uhr bis 20.00 Uhr):

Nachttarif (an Werktagen 20.00 - 05.00 Uhr), Sonn- und Feiertagtarif

Einmaliger Zuschlag für Großraumtaxen bei ausdrücklicher Bestellung oder ab 5 Fahrgästen: 7,00 €

Fortschaltbetrag am Taxameter: 0,10 €

Tarifstufe 2 (Flughafentarif)

Tagtarif (an Werktagen von 05.00 Uhr bis 20.00 Uhr):

Nachttarif (an Werktagen 20.00 - 05.00 Uhr), Sonn- und Feiertagtarif

Einmaliger Zuschlag für Großraumtaxen bei ausdrücklicher Bestellung oder ab 5 Fahrgästen: 5,00 €

Fortschaltbetrag am Taxameter: 0,10 €

(2) Bei Fahrten mit einem Ziel außerhalb des Pflichtfahrbereiches ist der Fahrpreis für die gesamte Fahrstrecke frei zu vereinbaren. Das gilt entsprechend für Fahrten mit einem Ausgangspunkt außerhalb des Pflichtfahrbereiches. Kommt es zu keiner Preisvereinbarung, gilt die Preisbindung des Pflichtfahrbereiches. Es wird also nach Fahrpreisanzeiger für die gesamte Strecke gefahren.

(3) Bei Aufträgen zu Sonderanlässen, wie Stadtrundfahrten, Hochzeiten, Beerdigungen usw. können ebenfalls Vereinbarungspreise getroffen werden. Kommt es zu keiner Preisvereinbarung, gilt die Preisbindung des Pflichtfahrbereiches. Es wird also nach Fahrpreisanzeiger für die gesamte besetzte Strecke gefahren.

(4) Sondervereinbarungen über Beförderungsentgelte für den Geltungsbereich dieser Verordnung gemäß § 51 Abs. 2 Nr. 4 PBefG sind vor ihrer Einführung der Genehmigungsbehörde zur Genehmigung vorzulegen.

(5) Die Umschaltung von Tag- auf Nachttarif beim Fahrpreisanzeiger bzw. umgekehrt muss automatisch erfolgen.

(6) Für Fahrten vom und zum Flughafen Leipzig/Halle gelten die Tarife der Vereinbarung zum Bereithaltungsrecht am Flughafen Leipzig/Halle für Taxen in der jeweils gültigen Fassung.

§ 3 Verwendung des Fahrpreisanzeigers

(1) Taxen müssen mit einem beleuchteten Fahrpreisanzeiger ausgerüstet sein. Die Vorschriften des Eichrechts finden Anwendung. Der Fahrpreisanzeiger muss anzeigen:

(2) Die Anzeige muss leicht ablesbar und bei Dunkelheit beleuchtet sein.

(3) Der Fahrpreisanzeiger darf erst an dem vom Besteller angegebenen Bestellort nach Kontaktaufnahme mit dem Fahrgast, bei Vorbestellung erst zur angegebenen Zeit, angeschaltet werden.

(4) Eine Beförderungsfahrt darf nur mit einem einwandfrei arbeitenden Fahrpreisanzeiger angetreten werden.

(5) Bei Versagen des Fahrpreisanzeigers während der Fahrt wird das Beförderungsentgelt nach der durchfahrenen Strecke berechnet. Der Fahrzeugführer hat den Fahrgast hierauf unverzüglich hinzuweisen. Nach Beendigung der Fahrt hat der Fahrzeugführer dem Unternehmer eine Störung des Fahrpreisanzeigers unverzüglich anzuzeigen. Der Unternehmer hat die Störung unverzüglich zu beheben, d. h. vor Behebung der Störung darf keine weitere Fahrt durchgeführt werden..

§ 4 Beförderungsbedingungen

(1) Gepäck, ausgenommen kleines Handgepäck, ist im Kofferraum des Fahrzeuges unterzubringen. Soweit es die Betriebssicherheit zulässt, kann der Taxifahrer gestatten, dass das Gepäck auch anders untergebracht wird. Gegenstände, die über die Wagenbegrenzung hinausragen, sind von der Beförderung ausgeschlossen.

(2) Tiere dürfen nur dann mitgeführt werden, wenn die  Betriebssicherheit dadurch nicht gefährdet wird. Blindenhunde in Begleitung von Blinden sind immer zu befördern. Tiere dürfen auf Sitzplätzen nicht untergebracht werden.

(3) Das Beförderungsentgelt ist im grundsätzlich nach Beendigung der Fahrt an den Taxifahrer zu zahlen. Der Taxifahrer kann jedoch schon bei Antritt der Fahrt einen Vorschuss in Höhe des voraussichtlichen Fahrpreises verlangen.

(4) Auf Verlangen des Fahrgastes hat der Taxifahrer eine Fahrpreisquittung auszuhändigen. Auf der Quittung müssen Datum, Gesamtpreis, Fahrstrecke und Ordnungsnummer angegeben sein. Die Quittung ist mit einer Unterschrift des Taxifahrers und dem Stempel des Taxibetriebes zu versehen.

§ 5 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 61 PBefG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

  1. ein nach § 2 Abs. 1 dieser Verordnung unzulässiges Entgelt fordert,
  2. entgegen § 2 Abs. 4 dieser Verordnung eine getroffene Sondervereinbarung nicht genehmigen lässt,
  3. ein nach §2 Abs. 6 dieser Verordnung unzulässiges Entgeld fordert,
  4. eine nach § 4 Abs. 4 dieser Verordnung zu erteilende Quittung nicht aushändigt oder nicht ordnungsgemäß ausstellt.

§ 6 Schlussbestimmungen

(1) Diese Verordnung tritt am 7. Tag nach Veröffentlichung in Kraft.

(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung über die Beförderungsentgelte und -bedingungen im Gelegenheitsverkehr mit Taxen im Pflichtfahrgebiet der Stadt Leipzig vom 26.04.2006 außer Kraft.

 

Flughafen:

Seit dem 01. Dezember 2012 gelten für Fahrten vom und zum Flughafen die gleichen Tarife wie im Stadtgebiet.

 

Taxiordnung Stadt Leipzig

(vom 21.12.2004)

§ 1 Geltungsbereich

(1) Diese Verordnung gilt für den Verkehr mit Taxen von Unternehmern, die in der Stadt Leipzig ihren Betriebssitz haben. Das Gebiet der Stadt Leipzig ist zugleich Pflichtfahrgebiet im Sinne des § 47 Abs. 4 PBefG.

(2) Die Beförderungspflicht besteht für Fahrten innerhalb des Geltungsbereiches der Verordnung über Beförderungsentgelte und -bedingungen im Gelegenheitsverkehr mit Taxen im Pflichtfahrbereich Leipzig. Die Rechte und Pflichten der Taxiunternehmer nach dem Personenbeförderungsgesetz, den zu seiner Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften und nach der zum Verkehr mit taxen erteilten Genehmigung bleiben unberührt.

§ 2 Bereithaltungsrecht

(1) Gemäß § 47 Abs. 2 PbefG gilt das Bereithaltungsrecht für alle Unternehmer, denen von der Stadt Leipzig Genehmigungen zum Verkehr mit Taxen erteilt wurden.

(2) Unternehmer, die vom Bereithaltungsrecht Gebrauch machen, sind nach § 22 PbefG zur Beförderung verpflichtet.

§ 3 Betriebspflicht

(1) Die Unternehmer sind verpflichtet, den ihnen genehmigten Betrieb von drei Monaten nach Erteilung der Genehmigung aufzunehmen und während deren Geltungsdauer die im Betrieb befindlichen Fahrzeuge den öffentlichen Verkehrinteressen entsprechend einzusetzen.

(2) Bei einer länger als vier Wochen dauernden Unterbrechung des Betriebes ist dazu vorher die Genehmigung von der Genehmigungsbehörde einzuholen. Im Übrigen gilt § 21 PbefG.

§ 4 Dienstbetrieb

(1) Die Taxe hat gemäß den gültigen Bestimmungen der BOKraft ausgerüstet zu sein.

(2) Im Fahrdienst hat das Fahrpersonal äußerlich gepflegt aufzutreten und saubere Kleidung zu tragen. Sportbekleidung sowie kniefreie Hosen und kniefreie Röcke sind grundsätzlich untersagt.

(3) Die Taxen sind innerhalb und außerhalb in einem sauberen Zustand bereitzuhalten.

(4) Die Lautstärke von Rundfunkempfängern ist bei der Fahrgastbeförderung so einzustellen, dass Fahrgäste nicht gestört werden.

(5) Die Fahrzeugführer haben Wünschen der Fahrgäste Folge zu leisten, soweit Beförderungspflicht, Beförderungszweck und das Vertrauen in eine ordnungsgemäße und sichere Personenbeförderung dem nicht entgegenstehen sowie ihre eigene Sicherheit nicht gefährdet wird. Insbesondere soll den Wüschen der Fahrgäste nach Öffnen und Schließen der Fenster, des Schiebe- und Ausstelldaches, der Einstellung der Heizungs- und Klimaanlage und der Platzwahl in zumutbarem Maße entsprochen werden.

(6) Fundsachen sind unverzüglich den zuständigen Taxizentralen zu melden und im Fundbüro abzugeben.

(7) Der Unternehmer hat einen Nachweis über den Schichteinsatz für die Taxen zu führen. Aus ihm muss die personelle Besetzung der Schicht hervorgehen. Der Nachweis ist 12 Monate am Betriebssitz aufzubewahren und der Genehmigungsbehörde jederzeit auf Verlangen vorzulegen.

§ 5 Verhalten gegenüber Fahrgästen

(1) Der Taxifahrer har sich gegenüber den Fahrgästen korrekt, sachlich und höflich zu verhalten. Eine vom Fahrgast nicht gewünschte Gesprächsführung ist zu unterlassen.

(2) Beim Aus- und Einsteigen ist den Fahrgästen erforderlichenfalls Hilfe zu leisten. Dies gilt insbesondere für Schwer- und Gehbehinderte, ältere und gebrechliche Personen, Fahrgäste mit Kleinkindern sowie Schwangere.

(3) Für das Ein- und Ausladen von Gepäckstücken ist grundsätzlich der Taxifahrer verantwortlich.

(4) Der Fahrzeugführer muss in der Lage sein, jederzeit 50,00 Euro zu wechseln.

§ 6 Ausschluss von der Beförderung

(1) Der Ausschluss von der Beförderung ist vom Taxifahrer nur in zwingenden Fällen auszusprechen. Von der Beförderung können insbesondere Fahrgäste ausgeschlossen werden, die

(2) Personen, die von der Beförderung auszuschließen sind, ist der Einstieg in die Taxe zu verweigern. Bereits eingestiegene Personen sind zum Verlassen der Taxe aufzufordern, gegebenenfalls mit Unterstützung der Polizei.

§ 7 Ordnung an Taxiständen

(1) Taxen dürfen nur an den gekennzeichneten Taxiständen bereitgehalten werden. Der Taxifahrer ist berechtigt, sich mit unbesetzter Taxe an jedem Taxistand bereitzuhalten. Ein Bereithalten von Taxen außerhalb der gekennzeichneten Taxistände kann von der zuständigen Behörde gestattet werden, wenn aus Anlass besonderer Veranstaltungen ein bedeutender Taxenbedarf zu erwarten ist.

(2) An Taxiständen haben die Fahrzeuge in der Reihenfolge ihrer Ankunft Aufstellung zu nehmen. Der gekennzeichnete Taxistand darf nicht überschritten werden.

(3) Der Fahrgast kann von den an einem Taxistand bereitgehaltenen Taxen eine beliebige in Anspruch nehmen, sofern die örtlichen Verhältnisse ein Vorbeifahren an den wartenden Taxen gestatten. Der ausgewählten Taxe ist die Abfahrt unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse zu ermöglichen. Das gleiche gilt für die Annahme von über Funk vermittelten Fahraufträgen.

(4) Der Fahrer hat sich an seiner bereitgestellten Taxe aufzuhalten. Das Parken von Taxen an Taxiständen zu privaten Zwecken ist nicht gestattet.

(5) Die Fahrgastaufnahme im Umkreis von weniger als 100 m eines Taxistandes ist nur für folgenden Personenkreis gestattet:
Sichtbar Schwer- und Gehbehinderte, ältere und gebrechliche Personen, Fahrgäste mit Kleinkindern sowie Schwangere.

(6) An den Taxiständen ist ruhestörender Lärm zu vermeiden; das gilt insbesondere zur Nachtzeit sowie in Wohngebieten und betrifft unnötiges Türenschlagen, Laufenlassen des Motors, lautes Unterhalten und den Betrieb von Rundfunkgeräten.

§ 8 Mitführen von Vorschriften

Der Fahrzeugführer hat den Text dieser Verordnung und der Verordnung über Beförderungentgelte in der gültigen Fassung, einen Stadtplan mit Straßenverzeichnis, der mindestens den Pflichtfahrbereich Leipzig umfasst, mitzuführen. Dieser sollte aktuell und nicht älter als drei Jahre sein. Dem Fahrgast ist auf Verlangen Einsicht in diese Unterlagen zu gewähren.

§ 9 Pflichtbelehrung

(1) Der Unternehmer ist verpflichtet, die bei ihm beschäftigten Fahrzeugführer bei der Einstellung und dann mindestens einmal im Jahr über die Pflichten des Fahrzeugführers nach dem PbefG, der BOKraft, dieser Verordnung, der Verordnung über Beförderungsentgelte und der Funkordnung zu belehren.

(2) Die Belehrung ist vom Unternehmer mit schriftlicher Betätigung des Fahrers aktenkundig zu machen.

§ 10 Beförderungsentgelte

Die Beförderungentgelte für den Gelegenheitsverkehr mit Taxen im Pflichtfahrbereich Leipzig sind in einer gesondert Tarifordnung festgeschrieben.

§ 11 Ordnungswidrigkeiten

(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 61 Abs. 1 Nr. 4 PbefG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

  1. entgegen § 3 Abs. 2 ohne Genehmigung der zuständigen Behörde eine Betriebsunterbrechung von länger als vier Wochen durchführt;
  2. als Unternehmer entgegen § 4 Abs. 1 die Taxen nicht nach Maßgabe der §§ 25 bis 29 der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr (BOKraft) ausrüstet;
  3. als Fahrer im Fahrdienst entgegen § 4 Abs. 2 Sportbekleidung, kniefreie Hosen oder kniefreie Röcke oder unsaubere Bekleidung trägt, entgegen § 4 Abs. 3 eine unsaubere Taxe bereithält, entgegen § 4 Abs. 5 den Wünschen der Fahrgäste nach Öffnen und Schließen der Fenster bzw. des Daches sowie der Heizungs- oder Klimaanlage nicht nachkommt oder entgegen § 4 Abs. 6 Fundsachen nicht meldet oder abgibt;
  4. als Unternehmer entgegen § 4 Abs.7 keine oder unvollständige Nachweise über den Schichteinsatz und personelle Besetzung führt, diese nicht 12 Monate aufbewahrt oder nicht auf Verlangen der Genehmigungsbehörde vorlegt;
  5. sich entgegen § 5 Abs. 1-3 gegenüber den Fahrgästen nicht korrekt, sachlich und höflich verhält, den Fahrgästen keine Hilfe beim Ein- und Aussteigen und Be- und Entladen von Gepäck leistet oder entgegen § 5 Abs. 4 in der Lage ist, jederzeit 50,00 Euro zu wechseln;
  6. sich entgegen § 7 Abs. 1 ohne Genehmigung der zuständigen Behörde außerhalb gekennzeichneter Taxistände bereithält;
  7. sich entgegen § 7 Abs. 2 nicht in der Reihenfolge der Ankunft aufstellt;
  8. sich entgegen § 7 Abs. 4 nicht an seiner bereitgestellten Taxe aufhält;
  9. entgegen § 7 Abs. 5 Fahrgäste, außer den genannten Personenkreis, im Umkreis von weniger als 100 m eines Taxistandes aufnimmt;
  10. entgegen § 7 Abs. 6 ruhestörenden Lärm, insbesondere durch unnötiges Türen schlagen, Laufenlassen des Motors, lautes Unterhalten oder den Betrieb von Rundfunkgeräten verursacht;
  11. entgegen § 8 die Taxenordnung, die Verordnung über Beförderungsentgelte oder einen aktuellen Stadtplan nicht mitführt;
  12. dem Fahrgast entgegen § 8 auf dessen Verlangen keine Einsicht in die Taxenordnung, die Beförderungsentgeltverordnung oder den Stadtplan gewährt;
  13. entgegen § 9 Abs. 1 eine Belehrung über die Pflichten des Fahrzeugführers nach dem Personenbeförderungsgesetz, der BOKraft, der Taxenordnung, der Verordnung über Beförderungsentgelte und der Funkordnung unterlässt oder diese gemäß § 9 Abs. 2 nicht aktenkundig macht.

(2) Die Ordnungswidrigkeiten können nach § 1 Abs. 2 PbefG mit einer Geldbuße bis 5000,00 Euro geahndet werden.

§ 12 In-Kraft-Treten

(1) Diese Verordnung tritt am Tag der Veröffentlichung in Kraft.

(2) Mit In-Kraft-Treten dieser Verordnung verliert die Taxen Ordnung vom 01.06.2000 ihre Gültigkeit.
Leipzig, 21.12.2004